Was steckt in der Steckdose?
Die Zusammensetzung des Stroms unterscheidet sich massiv je nachdem wo man in Europa lebt. Österreich profitiert von seiner alpinen Geographie — Wasserkraft ist seit Jahrzehnten das Rückgrat der Stromversorgung.
Quelle: E-Control / energie.gv.at · Monitoringbericht 2025
Quelle: EU-Rat/Consilium · Ember European Electricity Review Jan 2025
Was der Unterschied bedeutet: Pro verbrauchte kWh stößt ein österreichischer Haushalt im Strom-Bereich rund 6-mal weniger CO₂ aus als ein deutscher. Der Strommix ist einer der wichtigsten Hebel für die Klimawende — und Österreich hat ihn bereits weitgehend gezogen.
Woher kommt der Strom?
Österreich im europäischen Kontext
Erneuerbare Stromerzeugung variiert enorm — von 96% in Luxemburg bis 15% in Malta. Österreich gehört zur Spitzengruppe, hat aber im Wind- und Solar-Bereich noch Aufholbedarf gegenüber Nordeuropa.
| Land | Erneuerbar-Anteil | Besonderheit | Trend |
|---|---|---|---|
| 🇳🇴 Norwegen | ~98% | Fast ausschließlich Wasserkraft | ↗ Stabil hoch |
| 🇮🇸 Island | ~99% | Wasserkraft + Geothermie | ↗ Stabil hoch |
| 🇸🇪 Schweden | ~74% | Wasserkraft + Wind + Kernkraft | ↗ Steigt |
| 🇦🇹 Österreich | 87,5% | Wasserkraft dominierend, PV boomt | ↗ Stark steigend |
| 🇩🇰 Dänemark | ~83% | Weltführer Offshore-Wind | ↗ Steigt |
| 🇪🇸 Spanien | ~57% | Solar + Wind boomen | ↗ Stark steigend |
| 🇩🇪 Deutschland | ~62% | Wind führend, Kohle noch präsent | ↗ Steigt |
| 🇮🇹 Italien | ~45% | Solar stark, Gas-abhängig | ↗ Steigt |
| 🇵🇱 Polen | ~30% | Kohle noch dominant | ↗ Langsam steigend |
| 🇪🇺 EU-Ø | 47,5% | Von <16% im Jahr 2004 | ↗ Steigt stark |
Quellen: EU-Rat/Consilium 2025 · Eurostat · Ember European Electricity Review Jan 2025 · E-Control
Der Weg zu 100%
Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) verpflichtet Österreich, bis 2030 national bilanziell 100% erneuerbare Stromerzeugung zu erreichen. 2024 wurden bereits 95% des Verbrauchs gedeckt. Laut E-Control-Simulation wäre bei Erreichung der EAG-Ausbauziele nur für wenige Minuten des Jahres ein Importbedarf nötig.
Was für die letzten 5% fehlt: mehr Windkraft im Westen, mehr PV-Flächen, bessere Speicher und ein ausgebautes Stromnetz das Ost-West-Imbalancen ausgleichen kann. Das Sommer-Winter-Problem bleibt die größte Herausforderung: Im Sommer zu viel Strom (negative Preise), im Winter zu wenig.
Quellen: E-Control Monitoringbericht April 2025 · energie.gv.at · Ember · EU-Rat/Consilium